Schnaps

Nachlauf ist ungenießbar und wird unmittelbar entsorgt

Die Destillation verwandelt Rohstoffe bzw. Maische in Edeldestillat oder Schnaps. Während des Destillationsvorganges erfolgt ein Aufkochen der alkoholhaltigen Maische. Die im Zuge dessen entstehenden Dämpfe werden in speziellen Kühlern, bis zur abschließenden Entgeistung der Maische, kondensiert.

Der Destillationsvorgang geht mit einer zielgerichteten Verdampfung von Wasser, Alkohol und verschiedenen Rohstoffen einher, die in den Herstellungszyklus des Destillates einfließen. Hierbei entstehen grundsätzlich flüchtige, leichtflüchtige und nichtflüchtige Stoffe. Unter die Kategorie der nichtflüchtigen Substanzen fallen Aminosäuren bzw. Proteine, Apfelsäure, Farbstoffe sowie Glyzerin, das natürlich in den verarbeiteten pflanzlichen Rohstoffen gebunden ist. Das Temperaturniveau im Rahmen der Destillation ist demnach nicht ausreichend, um entsprechende Substanzen vollständig zu zersetzen bzw. zu verdampfen. Nichtflüchtige Stoffe gehen entsprechend in die Schlempe über.

Leichtflüchtige Substanzen verbinden sich mit dem Destillat. Da ein Großteil derartiger Stoffe die Zusammensetzung des Destillates negativ beeinflusst und die Qualität des Endproduktes nachhaltig herabsetzt, müssen die unerwünschten Substanzen aus dem Destillat entfernt werden.

Nachlauf ist ein Nebenprodukt der Destillation

Zu diesem Zweck findet die Praxis des Fraktionierens Anwendung. Intention dieser Technik ist es, eine zuverlässige Abtrennung der leichtflüchtigen Stoffe aus dem Destillat herbeizuführen. Das Fraktionieren umfasst generell Vorlauf, Mittellauf und Nachlauf, die jeweils an unterschiedliche Komponenten gekoppelt sind. Der Mittellauf bildet das Herzstück des Destillationsvorganges, wohingegen Vor- und Nachlauf zur optimalen Qualitätssicherung von dem Destillat abzutrennen sind.

Der Nachlauf ist von hohen Alkoholkonzentrationen wie Butanol bzw. Fuselölen, Essigsäure und Propanol dominiert. Derartige Komponenten weisen einen vergleichsweise hohen Siedepunkt auf und verdampfen erst im fortgeschrittenen Brennverlauf.
Aufgrund seiner charakteristischen Komponenten ist ein stumpfer, leicht säuerlicher und schaler Geschmack ein Indikator für den Nachlauf. Verdünnte Probereihen in Verbindung mit mehrfachen Verkostungen unterstützen das kontrollierte Abtrennen der einzelnen Fraktionen. Der Nachlauf weist im Normalfall Temperaturen von rund + 86 ° C auf, die sich dank eines integrierten Thermometers im Geistrohr überprüfen lässt.

Der Nachlauf ist grundsätzlich ungenießbar. Hersteller entsorgen ihn deshalb kompromisslos und trennen ihn zielgerichtet vom delikaten Mittellauf, der für den Konsum bestimmt ist, ab.